#basmadan diary: Ramadan Tag 4

Liebes Ramadan Tagebuch,

normalerweise bin ich im BASMA Team dafür zuständig, dass jeder einzelner Beitrag mit der Orthografie und der Sprachlehre harmoniert.
Doch so sehr ich vor Aufregung meinen allerersten Eintrag tippe, freue ich mich umso mehr, über meinen Tag berichten zu dürfen.

Die ersten Fastentage vergingen wie Pusteblumen.
Dabei wollte ich jeden Augenblick, jeden kleinsten Hauch spüren.
Doch blieb eine Weile stehen.
Verlernte diese spirituelle Energie wahrzunehmen; sich dankerfüllt zu offenbaren.
Nicht einmal dafür, meinen ersten Ramadan als Studentin in einer pittoresken, kleinen Stadt zu verbringen.
Aber alles, was blieb, war die Aufregung, die wie bunte Blumen in Feldern erblühen.
Ich versprach dem heiligen Monat, zur Abwechslung auf mich aufzupassen.
Ich versprach viel zu viel.
Kaum verging der vierte Ramadantag, brach ich meine Vorsätze.
Kein Wort der Welt könnte meine Enttäuschung besser schildern.
Ich versagte kläglich.
Es kam die Zeit, ich musste fliegen.
Aus der emotionalen Achterbahn fliehen.
Meine Flügel streckte ich bereits aus.
Ich musste nur lernen, sie geschickt zu benutzen.

Ich blickte nachdenklich aus dem Fenster.
Leicht nervös im Zug.
Quälte mich mit tausend Fragen.
Was mich für wohl für Fragen erreichen?
Noch nie lud mich eine beliebige Person zu einem Interview ein.
Denn ich scheute mich vor den Chancen, die mir nie mehr begegnen könnten.
Oder wegen geringerer Nachfrage, was weiß Gott alles.
Extrahieren wir die Sorgen, gäbe es so keine Zweifel mehr.
Mit müden Augen und kaum spürbarer Aufregung fuhr ich entlang der Street-Art Mauern.
Der grünen Landschaftsfassade genauso.
Entlang der Donau; wie sehr ich die Sommerzeit dort verbrachte.
Ich hoffte und träumte davon, keineswegs Nervosität zu zeigen.
Mich zu versprechen oder sogar zu stottern.

Endlich angekommen, begannen Adrenalin und Dopamin aufzukochen.
Die Neugier und die Angst, einen Hänger zu haben, rannten Kopf an Kopf.
Konfus suchte ich nach dem Raum, aber fand sie doch.
Schritt für Schritt ordnete ich meine Gedanken.
In der Hoffnung, sie sinngemäß und klar wie ein Puzzlebild zu ordnen.
Es wunderte mich dabei, wie prominente Rhetoriker wie Aristoteles die Fähigkeit besaßen, ihr Publikum zu überzeugen.
Und … Moment mal, stand da etwa eine Kamera?
Ich konnte es nicht sein lassen, dieses mulmige Gefühl in mir zu stoppen.
War es zu spät, alles abzusagen?
Schaffe ich es, in wenigen Minuten zu vergessen, unter Beobachtungsposten zu stehen?

Ich wünschte, ich ließe mich fließen.
Wie das Wasser im Glas vor mir, das im Laufe des Interviews voll war.
War das ein Hinweis auf Optimismus, dass nichts schiefgehen könne?
Während meine beiden Interviewpartnerinnen einen Schluck nahmen, stand mein Glas noch voll.
In der Hoffnung, endlich getrunken zu werden.
Wie mich die Kamera anstarrte.
Flashbacks brachen auf, erinnerten mich detailliert an die Schultheaterzeiten.
Panik raubte mir den Verstand.
Blies meine Gedanken in Chaos.
Wie ein Orkan, der weiß Gott wer beschwor.
Filmriss.
Ich wiederholte meine Äußerungen, unbewusst.
Aber wieso nur? Warum?
Gott, wie sehr ich mir wünschte, im Erdboden zu versenken und nie mehr wieder aufzustehen.
Einfach peinliche Situationen mit einfachem Knopfdruck vorzuspulen.
Ich ärgerte mich, meine Gedanken nicht vollständig erläutert zu haben.
So wie ich es wie gewohnt auf Twitter hinausposaune.

Aber: Die Erfahrung im publizistischen Bereich lohnte sich auf jeden Fall!
Trotz der Angespanntheit möchte ich diesen Moment keinesfalls missen.

Weitere Ramadan Tagebuch-Einträge findet ihr hier. Ich wünsche euch einen gesegneten Ramadan und möge Allah euer Fasten annehmen!

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Mein Name ist Menna, aka „die kleine, stille Poetin“, und ich komme aus der wunderschönen österreichischen Hauptstadt Wien. Ich studiere vergleichende Literaturwissenschaften im Bachelor, da Bücher schon immer eine große Bereicherung für mich waren. Und mit der Kraft der Poesie kann ich das ausdrücken, was mich beschäftigt. Mein Herz schlägt auch für die Kunst aller Art, Psychologie und die Philosophie. Neben der Fotografie funktioniert das Schreiben von Gedichten und Geschichten wie eine Art Therapie für mich. Die Kombination aus meinem Studium und meine Rolle bei BASMA Magazine als Lektorin fand ich sehr ansprechend. Generell finde ich Sprachen aus aller Welt ästhetisch. Es wäre falsch zu behaupten, wir kämen ohne Worte besser klar.