Denkmuster, die uns die Laune vermiesen

Das Jahr 2019 nähert sich dem Ende zu und uns es gibt sicherlich Dinge, die du mit ins neue Jahr nehmen willst und einiges, worauf du lieber verzichten würdest. Wie wäre es, wenn du nur gute Dinge mitnimmst und alles Schlechte hinter dir lässt? Klingt unmöglich? William Shakespeare meint: „An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.“ Dieses Zitat bringt es genau auf den Punkt.

Eine Situation kann immer aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Erst unsere Gedanken werfen entweder negatives oder positives Licht auf diese Situation. Irrationale negative Gedanken wie „Nie gelingt mir etwas“ oder „Ich sollte schon weiter sein in meiner Karriere“ erlauben uns nicht Stolz und Zufriedenheit zu empfinden. Mit dieser Art Gedanken ist nie etwas gut genug und alles wird immer schlecht bleiben… Andersrum kann man sich mit den eigenen Gedanken wie „Diesmal ist es mir nicht gelungen, aber ich habe dazugelernt“ oder „Ich bin schon wesentlich weiter in meiner Karriere als ich es letztes Jahr war!“ auch aufbauen. 

Natürlich kannst du nicht von heute auf morgen deine negativen Denkmuster verändern. Aber du kannst sie herausfordern, indem du sie hinterfragst. Wenn du merkst, dass du gerade alles negativ siehst und nichts mehr gut zu laufen scheint, dann stelle dir folgende Fragen:

  • Gibt es Beweise für meine Gedanken?
  • Gibt es Beweise dagegen?
  • Urteile ich gerade ohne alle Beweise zu berücksichtigen?
  • Was würde ein Freund/ eine Freundin über diese Situation denken?
  • Wenn ich mit positiven Gedanken auf diese Situation schaue, ist sie dann anders?
  • Wird diese Situation in einem Jahr noch relevant sein? Und in 5 Jahren?

Als kleine Starthilfe findest du hier einige Gedanken, die sich lohnen zu hinterfragen.

5 negative Denkmuster und ihre Alternativen: 

1. Das Alles oder Nichts (immer oder nie) Denken

Sätze wie „Immer passiert mir das!“ oder „Alles geht gerade schief“ sind die typischen Gedanken von Menschen mit diesem Denkmuster. Sie generalisieren von einer Sache, die gerade nicht gut läuft, auf alles in ihrem Leben oder überschätzen die Häufigkeiten dessen. Ein ausgewogenerer Gedanke, welches wesentlich näher an der Wahrheit ist, wäre „Diesmal lief es nicht gut, aber für das nächste Mal habe ich etwas dazugelernt“ oder „Ja, diese Sache läuft nicht gut, aber es gibt auch Bereiche in meinem Leben, die gut laufen“.

2. Labeling

Manchmal tendieren wir dazu, uns anhand von Geschehnissen zu definieren. Wenn zum Beispiel eine Klausur nicht gut lief, bezeichnen wir uns gleich als eine schlechte Studentin oder einfach als unbegabt. Dieses Denkmuster festigt die Annahme, dass jede Klausur nur schiefgehen kann. Wer von vorne rein glaubt, dass er keinen Erfolg haben kann, strengt sich wahrscheinlich nicht einmal mehr an, um gut abzuschneiden, welches wiederum die Annahme, man sei unbegabt, festigt. Ein hilfreicherer Gedanke ist z.B. „ Diesmal hat es nicht so gut geklappt, aber ich versuche es nächstes Mal besser zu machen“.

3. Das „Soll“ Denken

Wir alle haben unsere Vorstellungen von Dingen, die wir erreichen möchten und auch eine Idee davon, wann wir diese Dinge erreichen möchten. Anstatt auf den Erfolg anderer zu blicken und uns schlecht zu fühlen, sollten wir lieber auf unser Ich von vor einem Jahr schauen. Also den Gedanken „Ich sollte jetzt schon viel mehr verdienen“, könnten wir mit „Ich verdiene mehr als letztes Jahr“ ersetzen und auf unsere individuellen Fortschritte im Leben schauen, denn: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit – Søren Kierkegaard.

4. Beschuldigungen

Wenn wir scheitern, suchen wir nach Erklärungen und im Versuch diese zu finden, weichen wir manchmal unbewusst auf Beschuldigungen aus. „Mein Lehrer war doof, deshalb habe ich nicht gelernt“ oder „Meine Mutter ist schuld, dass ich nicht kochen kann. Sie hat es mir nie gezeigt“ sind typische Beschuldigungen, die uns davon abhalten, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Ein mobilisierender und wesentlich nützlicherer Gedanke ist: „Meine Mutter hat mir dafür andere Dinge beigebracht. Ich bin ein erwachsener Mensch und bin selbst dafür verantwortlich, kochen zu lernen“. Erst indem wir unseren Fokus von den Beschuldigungen ablösen, können wir Dinge anpacken.

5. Katastrophisieren

Wenn wir auf wichtige Ergebnisse oder Antworten warten, fantasieren wir häufig über mögliche Ausgänge. Auf diese Art bereiten wir uns mental auf die möglichen Ergebnisse vor und schaffen Orientierung in einer ungewissen Situation. Wenig hilfreich ist es allerdings, wenn wir an unserem Worst-Case-Szenario festhalten und es so sehr verinnerlichen, dass wir jetzt schon unter dem, was noch nicht passiert ist und vielleicht auch gar nicht passieren wird, leiden. Es kann zwar schon mal das Schlimmste passieren, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich.

Hast du dich in einigen dieser Denkmuster wiedererkannt? Kommentiere es hier oder schreibe uns auf Instagram @basmamagazine.

Foto: Unsplash

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